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Tanja Schilling, 20. September 2021

Welche Heizung passt zu mir?

In der kalten Jahreszeit macht sie es schnell schnuckelig warm, das Warmwasser ist auch gleich mit abgedeckt und umweltfreundlich und günstig ist sie auch noch – Deine ideale Heizung. Doch leider lässt sich diese nicht so einfach aus dem Hut zaubern. Oft muss man den ein oder anderen Kompromiss eingehen.

Die Wahl des Heizsystems ist schon eine etwas kniffelige Herausforderung. Denn man sollte vermeiden, kurzfristig zu denken und deshalb einfach die günstigste Heizung einbauen zu lassen. Verständlich wäre das ja: Schließlich hast Du durch den Hausbau sowieso viele Kosten unterzubringen – da wird die Größe der Investition schnell zum Entscheidungsfaktor. Doch Vorsicht: Hier musst Du an die Zukunft denken, sonst fällt Deine Wahl Dir irgendwann auf die Füße und Du ärgerst Dich, weil Deine Entscheidung zu schnell gefallen ist.

Welche Heizung eingebaut wird hat großen Einfluss auf die Kosten, die langfristig auf Dich zukommen.

Die Wahl der für Dich passenden Heizungsanlage hängt zudem sowohl von der Art des Gebäudes als auch von individuellen Wünschen zum Wohnkomfort und Anforderungen an den Umweltschutz ab.

Gasbrennwertheizung

Die Gasheizung mit Brennwerttechnik erzeugt Wärme, indem Gas in einem Heizkessel verbrannt wird. Mit dem Gas wird Wasser erhitzt, welches in ein Rohrsystem gespeist und zu den Heizkörpern geführt wird. Darüber hinaus erzeugt die Gasbrennwertheizung Verbrennungswärme zum Erhitzen von Brauchwasser.

  • checkKosten ab ca. 6.000 bis ca. 8.000 Euro (inkl. Montage)
  • checkKosten Gasbrennwertpakete mit heizungsunterstützender Solarthermie liegen bei ca.12.000 bis 18.000 Euro erhältlich,
  • checkFörderung in Kombination mit alternativen Energieträgern
  • checkVorteile Energieeinsparung bis zu 30 % gegenüber Niedertemperatur-Gasheizung; mit alternativen Energieträgern kombinierbar
  • checkNachteile Verwendet weiterhin fossilen Brennstoff (Ausnahme: Biogas); Abhängigkeit von Energiepreisen auf dem Weltmarkt
Solarthermie

Solarthermie nutzt die Energie der Sonnenstrahlen, um Wärmeenergie zu erzeugen. In meist auf dem Dach installierten Solarmodulen erhitzt sich durch Sonneneinstrahlung die sog. Solarflüssigkeit und wird zu einem Wärmetauscher geführt. Dort werden Heizungs- und Brauchwasser durch die Flüssigkeit erwärmt. Problem der Solartermie in unseren Breitengraden: Die Sonneneinstrahlung reicht im Winter nicht aus, um die Heizung damit vollständig zu betreiben. Daher muss ein weiterer Wärmeerzeuger (Gas-, Pelletkessel, Wärmepumpe) einspringen.

  • checkKosten ab ca. 5.000 bis ca. 12.000 Euro (inkl. Montage) als heizungsunterstützende Solarthermie
  • checkKosten ab ca. 3.000 bis ca. 6.000 Euro (inkl. Montage) als reine Warmwasser-Solarthermie
  • checkFörderung Förderung durch KfW und BAFA
  • checkVorteile keine fossilen Brennstoffe oder andere Energieträger, emissionsfreie Energieerzeugung, Unabhängigkeit von Energieversorgern
  • checkNachteile Nur bei Sonnenschein kann Wärmeenergie gespeichert werden, reicht daher nicht als alleiniges Heizsystem aus (hängt u.a. von der vorhandenen Wärmedämmung ab)
Brennstoffzellenheizung

Die Brennstoffzellenheizung arbeitet mit einer Kraft-Wärme-Kopplung. Hierfür wird Erdgas zu Wasserstoff umgewandelt. Durch eine chemische Reaktion erzeugt der Wasserstoff in der Brennstoffzelle Wärmeenergie und Strom. Mit einer Brennstoffzellenheizung wählst Du das modernste Heizsystem, das es aktuell gibt. Sie erzeugt Strom und Wärme gleichzeitig. Vorteil: Du erzeugt einen beachtlichen Teil Deines Haushaltsstromes. Überschüssigen Strom speist Du gegen eine garantierte Vergütung ins allgemeine Stromnetz ein. So kannst Du die Investition in diese Heizung etwas auffangen.

  • checkKosten ab ca. 25.000 bis ca 50.000 Euro inkl. Installation und Inbetriebnahme
  • checkFörderung hohe Förderung durch die KfW und Einspeisevergütung durch das BAFA, regionale und länderspezifische Förderung möglich
  • checkVorteile erzeugt Strom und Wärme, emissionsfrei, hohe Förderung möglich
  • checkNachteile vergleichsweise hoher Investitionsaufwand, nutzt Erdgas für Umwandlung in Wasserstoff
Wärmepumpe

Die Wärmepumpe nimmt Wärmeenergie aus dem Boden, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft  auf  (Luftwärme-, Wasserwärme- und Erdwärmepumpen) und speist diese mit Hilfe von Kältemittel, Kompressor und Kondensator in das Heizungssystem. Im Sommer kann die Wärmepumpe je nach Gerät als Klimagerät genutzt werden. Sie steht als Raumheizung oder Warmwasserbereitung zur Verfügung. Wärmepumpen werden meist mit Strom betrieben.

  • checkKosten Luftwärmepumpe ab ca. 8.000 bis ca. 12.000 Euro
  • checkKosten Wasserwärmepumpe ab ca. 14.000 bis ca. 20.000 Euro
  • checkKosten Erdwärmepumpe ab ca. 14.000 bis ca. 20.000 Euro
  • checkFörderung bis zu 40 % Erstattung der förderfähigen Kosten durch BAFA möglich, Förderung als Hybridsystem mit Gasbrennwerttechnik
  • checkVorteile Energiegewinnung ohne Verbrauch fossiler Brennstoffe, keine Emissionen, funktioniert bei jedem Wetter; im Sommer zur Kühlung nutzbar, hohe Förderung, wartungsarm
  • checkNachteile vergleichsweise hoher Investitionsaufwand
Gas-Hybridheizung: Solarthermie und Gasbrennwerttechnik in Kombination

Nutzung von Gasbrennwerttechnik zusammen mit einer erneuerbaren Energiequelle. Bei optimalem Zusammenspiel der Komponenten überzeugt die Hybridheizung durch hohen Wirkungsgrad.

  • checkKosten ab ca. 11.000 bis ca. 20.000 Euro
  • checkFörderung Förderung von Gas-Hybridsystemen über das BAFA bis zu 45 %.
  • checkVorteile hohe Energieeinsparung; kostensparendes Heizsystem; zuverlässige, ganzjährige, witterungsunabhängige Versorgung mit Wärmeenergie; hohe Förderung möglich
  • checkNachteile Gasbrennwerttechnik nutzt fossilen Brennstoff (kann aber mit Biogas kompensiert werden)

Hinweis

Die Gas-Hybridheizung kannst du als „renewable ready“-Gerät mit 20 % staatlich fördern lassen. Voraussetzung ist, dass du die Gasbrennwertheizung innerhalb von 2 Jahren nach Einbau mit einem alternativen Energieerzeuger kombinierst.

Pelletheizung

Im Heizkessel werden Holzpellets verbrannt. Die entstehende Wärmeenergie wird für Brauchwasser sowie für das Heizungswasser genutzt.

  • checkKosten ab ca. 17.000 bis ca. 25.000 Euro
  • checkFörderung durch KfW und BAFA möglich
  • checkVorteile gilt aktuell als CO2-neutrale Heiztechnik, kombinierbar mit alternativen Energieträgern; hohe Förderung möglich
  • checkNachteile wartungsintensiv; erfordert Pelletlager
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Der Konflikt um die Pellets

Pellets gelten als klimaneutral aufgrund folgender Annahme: Wenn man Holz verbrennt, wird genau so viel CO2 frei, wie der Baum zuvor für sein Wachstum in den letzten Jahrzehnten aus der Atmosphäre geholt hat. Anders als bei fossilen Brennstoffen wie Kohle und Öl gelangt demnach kein zusätzliches CO2 in die Atmosphäre. Die Einstufung der Pelletheizung als CO2-neutrale Heiztechnik wird aber von Wissenschaftlern der Europäischen Akademie der Wissenschaften infrage gestellt.

  1. Durch die Förderung hat sich der Holzverbrauch in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre verdoppelt. 50 Prozent des Holzaufkommens werden bei uns mittlerweile energetisch genutzt.
  2. Durch die massenweise Verbrennung entsteht ein massiver CO2-Ausstoß in sehr kurzer Zeit. D.h. es geht ein regelrechter CO2-Schub in die Atmosphäre und bleibt dort, bis neue Bäume nachgewachsen sind, die das CO2 wieder aufnehmen könnten. Was nun mal nicht über Nacht passiert, sondern 30, 40 oder 60 Jahre dauert. Es vergehen Jahrzehnte, um diese CO2-Ansammlung abzutragen. Im Prinzip stimmt das zwar mit dem Kreislauf zwischen Baum und Atmosphäre – aber es dauert zu lange. Wir wissen, wir müssen zeitnah unsere Emissionen senken.

In Deutschland entscheiden sich Verbraucher in Neubauten häufig für eine dieser gängigen Heizungsarten:

  • Gas-Brennwertkessel
  • Wärmepumpe
  • Holzpelletkessel

 

Anschaffungskosten

Zu den günstigeren Heizsystemen gehören Gas-Brennwertkessel. Der Anschaffungspreis liegt merklich unter dem für eine Wärmepumpe. Die Wärmepumpe hat den höchsten Investitionsaufwand. Allerdings ist eine hohe Förderung möglich.

Platzbedarf

Eine Gasheizung benötigt den wenigsten Platz, da der Brennstoff aus einer Leitung kommt. Der größte Platzbedarf besteht bei der Pelletheizung, da die Pellets einen eigenen trockenen Raum für die Lagerung brauchen. Wenn du beispielsweise ohne Keller planst, wird es schon schwieriger.

Persönlicher Anspruch

Wenn du eine umweltschonende Heiztechnik mit guter Perspektive nutzen möchtest, ist eine Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik und Solarthermie sicherlich die optimale Lösung. Allerdings entstehen dir zu Anfang deutlich höhere Kosten als bei konventionellen Lösungen.

In Deutschland werden Heizungen über zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie mit Zuschüssen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

Um diese Möglichkeiten zu nutzen, musst Du bei Deinem Hausbau bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es lohnt sich, dies rechtzeitig vor dem Bau zu planen. Wichtig zu wissen: Der Förderantrag muss zwingend vor dem Kauf bzw. Einbau Deines Heizsystems gestellt wird. In manchen Fällen, z. B. bei der Brennstoffzellenheizung, ist die Hinzunahme eines Energieberaters verpflichtend, um die entsprechende Förderung zu erhalten.

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Es gibt teilweise auch Heizungsförderung vom Land als auch lokale Programme der Gemeinde oder Stadt. Erkundige dich rechtzeitig vor der Wahl deiner Heizart. Es lohnt sich beispielsweise, Deinen regionalen Energieversorger zu fragen, denn auch der unterstützt ggf. mit Förderungen.

Fazit

Die Wahl Deiner Heizungsart und Heizung solltest Du nicht übers Knie brechen, damit Dir keine möglichen Förderungen entgehen bzw. Du Deinen Entschluss später nicht bereust. Zudem ist das Themengebiet komplex und eine gute Beratung ist wichtig. Nimm daher auch z. B. eine unabhängige Energieberatung wie die der Verbraucherzentrale in Anspruch.

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